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FELD 01/2018

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Unterschiedliche Formen der Landnutzung miteinander in Einklang zu bringen birgt oftmals Konflikte. Forschende aus Brandenburg begleiten deutschlandweit neun Pilotprojekte, in denen neue Ideen und Konzepte auf Praxistauglichkeit überprüft werden. // Böden sind kostbar, doch unsere Landwirtschaft beansprucht sie zu stark. Damit sie uns auch zukünftig ernähren können, muss sich etwas ändern. Anja-Kristina Techen erforscht, wie die Landwirtschaft der Zukunft aussehen könnte. // Jedes Jahr gehen weltweit große Flächen an Regenwald verloren. Ein deutsch-brasilianisches Projekt untersucht, ob eine effizientere Nutzung schon gerodeter Flächen weiteren Abholzungen entgegenwirken kann. // Sie bevölkern jeden Krümel Erde und jeden Quadratmillimeter pflanzlicher Oberfläche. Mikroorganismen treten zunehmend in den Fokus der Forschung. Ein Grund dafür ist ihr ungeahnt großer Einfluss auf unser Klima.

Interview

Interview FORSCHUNGSKOOPERATION MIT ENTWICKLUNGSLÄNDERN Internationale Zusammenarbeit zur Lösung globaler Herausforderungen Herr Sieber, Ihre internationale Forschungsarbeit zur Ernährungssicherheit wurde zuletzt als eines von vier Best-Practice-Beispielen für die Initiative »Leibniz in Afrika« der Leibniz- Gemeinschaft ausgewählt. Mit welchen Regionen beschäftigen Sie sich genau? Insgesamt habe ich an rund 30 Projekten auf der ganzen Welt mitgewirkt, zuletzt mit starkem Fokus auf Entwicklungsländer. In Afrika sind wir konkret in Tansania, Kenia, Uganda und Kamerun tätig. Wir arbeiten aber auch in Südamerika, unter anderem in Kolumbien. Wie kann die Forschung des ZALF zur Ernährungssicherheit in diesen Regionen beitragen? Herausforderungen wie Ernährungssicherheit und Klimawandel sind nicht zuletzt durch globalisierte Wertschöpfungsketten hochgradig komplex und internationalisiert. Nachhaltige landwirtschaftliche Innovationen zum Beispiel in Tansania benötigen den Blick auf den Welthandel und dessen Einfluss auf die Region. Gleichzeitig müssen lokale Lösungskonzepte auf den ökologischen, ökonomischen und soziokulturellen Gegebenheiten vor Ort basieren. Das Zusammenbringen dieser verschiedenen Perspektiven mit den zugehörigen Akteuren ist der Mehrwert von internationalen Kooperationen. Abgesehen davon stehen wir in der Pflicht, uns partnerschaftlich an der Lösungsfindung zu beteiligen. Denn nicht selten sind die betrachteten Probleme exportierte Folgeerscheinungen des Konsums und der Ressourcennutzung reicher Industrieländer. Wie genau sieht die wissenschaftliche Zusammenarbeit aus? Ein ganz wichtiger Prozess ist die Förderung von Expertinnen und Experten in den Forschungsregionen. Um bei dem Beispiel zu bleiben: momentan arbeiten zwei Wissenschaftler aus Tansania hier bei uns am ZALF. Als Datenmodellierer bereichern sie uns mit wissenschaftlichem Fachwissen sowie einschlägigen Kenntnissen über die Region, die Menschen und deren Traditionen. Im Gegenzug profitieren sie zum Beispiel von unserem technischen Know-how und erweitern ihre Wissenschaftscommunity. Auf diese Art entstehen nach und nach auf der ganzen Welt kleine Forschungsnetzwerke, die uns in den Fokusregionen über Jahre als Partner zur Seite stehen können. Und die in diesen Netzwerken entwickelten Lösungen sind nachhaltiger? Genau das beobachten wir. Ganz wichtig ist dabei ein transdisziplinärer Ansatz, d. h. die zusätzliche Einbeziehung zum Beispiel von Ent scheidungsträgern aus der Politik oder lokalen Organisationen. Im Idealfall beteiligen sie sich schon bei der Formulierung der Forschungsfrage und werden im ganzen Projektverlauf involviert. So stellen wir einerseits sicher, dass wir auch die wirklichen Probleme angehen und nicht über die Köpfe der Menschen hinweg forschen. Andererseits kann sich die örtliche Bevölkerung stärker mit den Projektergebnissen identifizieren. Woran messen Sie den Erfolg der Projekte? Wie in der Wissenschaft üblich messen sich unsere Kooperationen an der Anzahl und Qualität wissenschaftlicher Veröffentlichungen sowie genehmigter Projektanträge. Können wir das gefragte Niveau nicht halten, fallen Projekte flach und mühsam aufgebaute Netzwerke in den Forschungsregionen zerfallen wieder. Für mich ist eine wichtige Voraussetzung für den Erfolg daher auch, dass wir uns über Jahre kontinuierlich in einer Region engagieren können. DR. STEFAN SIEBER ist Diplom-Agraringenieur, Privatdozent an der Humboldt-Universität zu Berlin und seit 2005 am ZALF tätig. Seit 2009 arbeitet er als Forschungsgruppenleiter zu den Themen Ernährungssicherheit, Anpassung an den Klimawandel, Bioenergie, Agrar- und Umweltpolitik sowie Strategien zur Wissensverbreitung. 28 29

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